| Seit Herbst 1999 besteht die Kooperation nun zwischen LU Beck und LU Ingwer Möller aus dem Nachbarort Pobüll. Die ersten Gespräche haben sie bereits ein Jahr zuvor geführt. Bei meinen Kooperationspartner handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter meines Vaters, der sich selbständig gemacht. Wettbewerber von uns ist er jedoch nie gewesen, weil er einen anderen Kundenkreis hat als wir. Sein heutiger Standort ist nur 3,5 km weit enfernt von unserem Betrieb, so Hans-Heinrich Beck. Einstieg in die Kooperation1999 standen beide Betriebe vor der Situation, in Gülletechnik investieren zu müssen. LU Beck hatte zu dieser Zeit ein 7.500 l Fass und LU Ingwer Möller ein 10.000 Liter Fass im Einsatz. Die Frage war: Kauft jeder für sich einen neuen Wagen? Oder gibt es Möglichkeiten der Kooperation. Hinzu kam, dass ein Wettbewerber mit einer schlagkräftigen Güllekette in unserer Region gearbeitet hat, so LU Hans-Heinrich Beck. Letztendlich haben sich beide Unternehmer dazu entschlossen, in eine gemeinsame Güllekolonne bestehend aus 3 Zunhammer 15.000 l Fässern und einer Güllepumpe zu investieren. |
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| | Die Fässer bestehen aus Kunststoff und wiegen leer ca. 3,5 t. Befüllt werden die Wagen von der SAK Pumpe, die an einem Schlepper angebaut ist und 10.000 l/min fördert. LU Beck und LU Möller haben sich die Investitionssumme geteilt. Wir fahren immer mit vier Personen zu den Kunden. Die Fahrer könnten die Pumpe theoretisch auch über eine Infrarotfernbedienung steuern. Wir haben aber trotzdem immer einen Fahrer auf dem Pumpenschlepper sitzen. Dieser ist dann für das ständige Aufrühren der Gülle im Behälter zuständig. In einer Stunde fährt die Kolonne, je nach Hof-Feld-Entfernung, bis zu 200 m³ Gülle auf das Feld. Verteilt wird die Gülle mit Pralltellern. Die Wagen sind auf die Ausrüstung mit Schleppschläuchen vorgerüstet. Insgesamt hätten wir durch die Modulationsregelungen hier in Schleswig-Holstein nur 2.600 m³ Gülle mit Schleppschläuchen für Kunden ausbringen können, die an dem Programm teilnehmen. Das ist zu wenig, so dass sich eine Investition in Schleppschlauchverteiler bisher für uns nicht gelohnt hat. Die Kundschaft in dieser Region verlangt nicht danach und will auch nicht mehr zahlen, begründet LU Beck den Einsatz der Pralltellertechnik. |
| Die jährliche Ausbringmenge differiert je nach Witterungsbedingungen im Frühjahr. Hans-Heinrich Beck: Wenn das Frühjahr nass ist und die Bauern erst spät die Gülle ausbringen können, dann haben wir generell mehr zu tun. Die Landwirte können dann mit ihrer eher einfachen Technik nicht die gesamte Menge in einem kurzen Zeitraum ausbringen. Dann werden wir gerufen. Die meisten Betriebe haben hier noch ein 7 oder 8 m³ Fass im Einsatz, und wenn die Zeit nicht drängt, wird die Gülle mit dem eigenen Wagen ausgebracht. Frau Beck ist für die Büroarbeit zuständig. Sie ist es auch, die die Aufträge der Güllekolonne bearbeitet und am Ende des Jahre ausrechnet, wie der Gewinn und die Kosten der Güllekette auf die Betriebe verteilt wird. Die Abrechnung der Gülleausbringung erfolgt stunden- und kubikmeterweise. Die Kunden, die die Güllekolonne bestellen, trägt LU Beck in seinen Kalender ein und ruft LU Möller an, um abstimmen, ob der Termin passt. Rufen Kunden bei LU Möller anrufen, läuft es andersrum. Bei Neukunden wird erst immer nach Stunden abgerechnet, damit wir ungefähr wissen, was wir zukünftig für einen Kubikmeterpreis anbieten können. Die durchschnittliche Hof-Feld-Entfernung liegt bei ca. 2 km, so Hans-Heinrich Beck. Die Güllekette bringt durchschnittlich jährlich um die 60.000 m³ Gülle aus. 35.000 m³ davon werden schon im Frühjahr bis zum Ende der Maisaussaat aufs Feld gefahren. Die letzten 25.000 m³ werden nach dem ersten Grasschnitt ausgebracht. |
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| Kooperation wächstDurch die guten Erfahrungen ist die Kooperation mittlerweile ausgeweitet worden. Ich habe in 2004 in einen 18 t Bergmann Miststreuer investiert. Ingwer Möller setzt den gleichen ein. Ich stelle noch meinen Radlader dazu. Durch unsere Zusammenarbeit konnten wir unsere Schlagkraft deutlich erhöhen. Seit 2005 arbeiten wir auch in der Silagebergung zusammen. Meine drei Ladewagen waren alt und mussten eingetauscht werden. Ingwer Möller hatte bis dato noch keinen eigenen Ladewagen, brauchte aber zum letzten Schnitt einen. Diesen hat er sich bis dahin angemietet. Wir haben schließlich jeder einen Strautmann Giga Vitesse Ladewagen mit 40 m³ Ladevolumen gekauft und arbeiten jetzt auch zusammen bei Kunden, wenn diese bei der Ernte 2 Ladewagen verlangen. Björn Anders Lützen |
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