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"Ich höre immer wieder das Argument von einigen meiner Kollegen, dass mit der Arbeit für Biogasanlagen kein Geld zu verdienen sei. Das sehe ich nicht so. Ich gebe den Preis vor, für den ich wirtschaftlich arbeiten kann und somit wird das Häckseln für die Biogasanlage für mich nicht zum Verlustgeschäft", meint Dirk Gieschen bei der Begrüßung auf seinem Betrieb und erklärt weiter: "Meine Biogaskunden zahlen genauso viel pro ha und Stunde, wie meine landwirtschaftlichen Kunden. Sie haben genau die gleiche Flächenstruktur bei wie die Landwirte, der Zustand der Flächen ist der Gleiche. Warum sollte ich dann unterschiedliche Preise für die gleiche Arbeit anbieten?" Aber was ist mit Anlagenbetreibern, die mit großen Gesamtflächen locken, dafür aber einen "Mengenrabatt" aushandeln möchten? "Für diese Anlagen arbeite ich nicht. Wenn ich dort für weniger Geld häcksele, mache ich ein Verlustgeschäft. So funktioniert wirtschaftliche Unternehmensführung nicht", ist Dirk Gieschen überzeugt. Transparenz sei ihm wichtig, so könne sich jeder auf der Homepage seines Unternehmens die aktuelle Preisliste downloaden: "Diese Liste gilt." LU als Vermittler Lohnunternehmer Dirk Gieschen vermittelt Flächen seiner landwirtschaftlichen Kunden an seine Biogasanlagenkunden. Dieser zahlt den Landwirten einen Pauschalbetrag pro Hektar unabhängig vom Ertrag auf der Fläche. Der Landwirt bekommt neben der Zahlung vom Biogasanlagenbetreiber zusätzlich die Anbauprämie. |
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"Die komplette Bewirtschaftung der Flächen von der Bodenbearbeitung bis zur Maisernte übernehme ich", erklärt LU Dirk Gieschen das Konzept. Für die Landwirte, die sich daran beteiligen, ist das eine interessante Alternative. Sie geben das Ernterisiko an den Biogasanlagenbetreiber ab. Ob die Ernte gut oder schlecht ausfällt, ist dabei unerheblich. "Meine Kunden können Mais auf Grenzertragsstandorten anbauen und bekommen dafür sicheres Geld", meint Dirk Gieschen. Davon würde auch er profitieren. Im Jahr 2007 als die Flächenstilllegung ausgesetzt wurde, habe er zum Beispiel 200 ha Brachfläche wieder urbar gemacht und darauf Mais angebaut. "Dies war zum Teil sehr aufwendig. Wir mussten mehrmals fräsen und danach pflügen. Der Mais ist auf diesen Flächen gut gewachsen", freut sich der Lohnunternehmer. Generell sei 2008 ein gutes Maisjahr. Der Regen sei in seiner Region immer zur richtigen Zeit gefallen, so dass sich die Pflanzen gut entwickeln konnten.
Neues Abrechnungssystem in 2008 "Durch die Umstellung des Abrechnungssystems mit der Biogasanlage hat sich für uns in diesem Jahr einiges verändert. Bisher war es so, dass wir als landwirtschaftliche Lohnunternehmer für die Landwirte den Mais geerntet haben. Dieser ist erst auf der Waage der Biogasanlage in den Besitz des Anlagenbetreibers übergegangen. Aus organisatorischen Gründen ist es so, dass wir ab der Maissilageernte 2008 die Biogasanlage als gewerblichen Kunden bedienen", erklärt Dirk Gieschen die Abrechnungsmodalitäten. Er ergänzt: "Wir müssen jetzt nur noch eine Rechnung schreiben. Für uns heißt das allerdings, dass wir einige zusätzliche Auflagen erfüllen müssen. So mussten wir zum Beispiel einen Mitarbeiter anstellen, der die fachliche Qualifikation für die Güterverkehrstransportgenehmigung erfüllt. |
| Darüber hinaus mussten wir uns Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt, der Berufsgenossenschaft, dem Landkreis und der Gemeinde erstellen lassen. Außerdem mussten wir unsere finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen, um die Güterverkehrstransportgenehmigung zu erhalten." Die Traktoren, die für den Transport für die Biogasanlage eingesetzt werden, sind auf 40 km/h Endgeschwindigkeit reduziert worden. "Das ist für uns aber kein großes Problem, denn wir arbeiten bei weiter entfernten Flächen sowieso mit einem Überladesystem", so LU Dirk Gieschen. Eigens zum Überladen vom Häckseltransportwagen auf LKW Trailer hat sich der Biogasanlagenbetreiber ein Förderband von einem Maschinenbauer anfertigen lassen. Dieses wird entweder über die Zapfwelle eines Traktors oder über Starkstrom angetrieben. "Das funktioniert super", ist Dirk Gieschen überzeugt und weiter: "Innerhalb von einer Minute ist ein 40 m³ Silotransportwagen auf einen LKW-Anhänger übergeladen." Das Förderband ist 2,5 m breit und verfügt über einen Trichter, in den der Silotransportwagen ablädt. Der LKW steht in der Regel auf der Strasse, das Förderband kann in der Feldeinfahrt platziert werden. Für den Abtransport nutzt der Biogasanlagenbetreiber zwei eigene LKW, weitere werden von ortansässigen Speditionen angemietet. Die Hof-Feld-Entfernungen reichen bis zu 35 km. Ab einer Entfernung von 7 km kommt das Überladeband zum Einsatz. Dirk Gieschen fährt, wenn übergeladen wird, mit zwei Silotransportwagen. |
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Pflanzenschutz gehört dazu Zum Rund-Um-Service im Maisanbau für Biogasanlagen gehört auch der Pflanzenschutz. Hier setzt Dirk Gieschen zwei gezogene Feldspritzen (eine 27 m Amazone UX 4200 mit 4200l und eine 27 m Lemken Primus 35 mit 3500l) ein. Die Mittel besorgt der Biogasanlagenbetreiber selbst und er legt auch die Aufwandmengen fest. "Meine landwirtschaftlichen Kunden hingegen wollen, dass ich mich komplett um den Pflanzenschutz auf ihren Flächen kümmere. Dort lege ich fest, wann gespritzt wird und mit welchem Mittel", so Dirk Gieschen. Viele seiner Kunden haben keine eigene Pflanzenschutztechnik mehr und kaufen diese Dienstleistung vom Lohnunternehmer ein. "In diesem Bereich bin ich vollständig ausgelastet. Mehr Fläche kann ich mit den zwei Geräten nicht mehr spritzen", so LU Gieschen über seine Dienstleistung Pflanzenschutz. Pro Jahr kommt er auf eine Gesamtfläche von ca. 3000 ha. "Vor allem der Herbizideinsatz in Mais hat uns in diesem Bereich sehr viel Wachstum gebracht", meint der Unternehmer. Björn Anders Lützen |
vom 01. Juli 2010
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