Januar 2007: Agrolohn Kobler setzt auf schnelle Gülletechnik

Bereits Mitte der 90er Jahre sind beim Lohnunternehmen Agrolohn Kobler im Bayerischen Wald Anfragen diverser Landwirte zur überbetrieblichen Gülleausbringung eingegangen. Damals standen die Betriebsinhaber Roland und Johann Kobler aus dem Landkreis Passau vor der Frage nach der richtigen Mechanisierung. Die Unternehmer haben sich für eine Lösung mit angehängten Gülletankwagen in unterschiedlicher Größe entschieden. Zur Ausstattung zählt ein leichter Kunststofftank, leistungsfähige Pumpen und eine bodenschonende Bereifung.

Das Einzugsgebiet des Lohnunternehmens aus dem Bayerischen Wald beträgt rund 70 km in jede Himmelsrichtung und reicht bis ins angrenzende Österreich. Die überwiegende Forderung der Landwirte, lange Fahrstrecken zum Feld durch einen LU erledigen zu lassen, die Gülle jedoch auf hofnahe Flächen selbst ausbringen. ?Wir standen also vor der Frage nach der richtigen Technik. Sollten wir Gülletransport und ‑verteilung auf dem Feld trennen oder auf die Direktausbringung einschwenken?, schildert Johann Kobler den Entscheidungsprozeß.

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Heute laufen fünf Gülletankwagen mit Größen von 11 bis 19 m³ im Betrieb. Davon werden zwei Tankwagen überwiegend als Solofahrzeug an die Landwirte vermietet. Die übrigen drei Tankwagen nutzt das Lohnunternehmen mit eigenen Traktoren und Fahrern. Durch verschiedene Behältergrößen kann für fast jedes Gelände und jeden Traktor ein passender Tankwagen gefunden werden.

Schleppereinsatz auch bei großen Entfernungen

Große Feld-Hof-Entfernungen fordern eine hohe Transportgeschwindigkeit. Deshalb setzt das Lohnunternehmen Schlepper und Gülletankwagen mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ein. ?Gerade bei den derzeit steigenden Kraftstoffkosten stellt sich die Entscheidung für die leichten Kunststofftankwagen in Kombination mit modernen Radialreifen als absolut richtig heraus. Die stufenlosen Schlepper bringen in der Nachkalkulation niedrige Stückkosten - auch bei Feldentfernungen bis 35 Kilometer. Trotz der kleinen Parzellierung von durchschnittlich 2,5 ha hat sich der Schlepper mit Tankwagen und Verteiler hier im bayerischen Wald kostengünstiger erwiesen, als das Verteilfahrzeug mit LKW-Zubringtechnik?, bilanziert Roland Kobler die bisherigen Erfahrungen. Er kommt unter diesen Bedingungen auf eine durchschnittliche Ausbringleistung von 30 m³ pro Stunde je nach Feld- / Hofentfernung. ?Die Schlepper verbrauchen bei der Gülleausbringung im Mittel 13 bis 18 l Diesel pro Stunde?, so Roland Kobler.

Die Ankündigung einer neuen Pumptankwagen-Baureihe mit komplett neuer Pumpentechnik vom Gülletechnik-Spezialisten Zunhammer weckte das Interesse der Koblers. Die Vakumat-Pumpe besteht aus der Kombination von Kreiselpumpe und Flüssigkeitsringpumpe. Bei diesem System wird nur im Saugschlauch das Vakuum zum Befüllen des Fahrzeuges aufgebaut, nicht im Tank. Daher baut sich das Vakuum beim Saugen im Vergleich zum Kompressor-Tankwagen schneller auf. ?Außerdem kann ein Kunststofftank statt einem Druckbehälter aus Stahl verwendet werden. Das wiederum ermöglicht bei großen Fassvolumina bis zu 3000 Liter mehr Inhalt?, erklärt Roland Kobler und weiter: ?Die Erfahrungen seit Anfang 2005 zeigen, dass sich die Erwartung einer hohen Pumpenleistung bei niedrigem Verschleiß erfüllen. Besonders im Vergleich mit einem Kompressortankwagen überzeugt die um rund die Hälfte kürzere Befüllzeit. In 3 Minuten ist das 19 m³ Fass gefüllt.?

Bisher fremdkörperresistent

Über die Lebensdauer kann man noch nichts aussagen. Bei Fremdkörpern in der Gülle gab es bisher keine Probleme am Pumpenaggregat. Auch ist der Pumptankwagen mit der seit 2004 lieferbaren Pendel-Trapez-Achse ausgestattet. ?Gute Nachlaufeigenschaften, eine hohe Standfestigkeit in Hanglagen und geringer Reifen-Verschleiß durch den exakten Lenkradius zeichnen die Pendelachse mit Nachlauflenkung aus? schildert LU Roland Kobler.

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Weiteres Ausstattungsmerkmal des neuen Gülletankwagens ist die Untenanhängung mit Kugelkupplung. ?Darauf will ich auf keinen Fall mehr verzichten. Besonders in den bergigen Lagen bringt die Untenanhängung eine bessere Bodenhaftung des Schleppers?, lobt Kobler dieses Anhängesystem.

Schleppschlauchverteiler werden bei Agrolohn nicht mehr eingesetzt. Die Landwirte im bergigen Gründlandbereich verlangen nicht nach diesem Verteiler und wollen dafür auch keinen Aufpreis bezahlen.

Die Abrechnung der Leih-Tankwagen erfolgt ganz einfach mit Zählwerken von Zunhammer am Güllefass. Diese funktionieren seit dem Jahr 2003 auf elektronischer Basis sehr zuverlässig - auch in starken Berglagen. Anfang dieses Jahres wurden die ersten Fasszähler mit einem traktorseitigen Telemetrie-System von Riegger gekoppelt. Über ein Mobilfunk-Signal werden dabei Standort, Geschwindigkeit, gefahrene Stückzahl und Kilometer vom Schlepper ins LU-Büro übertragen. Dort kann das Signal gleich auf einem PC weiterverarbeitet werden. Papierlose Datenübertragung und Speicherung der Daten zur Dokumentation ohne großen Verwaltungsaufwand, das sind die Forderungen an denen Kobler weiter arbeiten will. Damit wird die Zukunft im LU-Büro bereits getestet.

Roland Kobler und Redaktion Lohnunternehmen

Geschrieben am 02. Januar 2007


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