Januar 2002: Reinhold Schrey und die Gülleverschlauchung

Reinhold Schrey, Inhaber der Firma Honermann aus Seppenrade im südöstlichen Münsterland, bietet seit neun Jahren Gülleverschlauchung an, zuerst in Kooperation mit benachbarten Kollegen, nun auch mit einer eigenen Anlage. Von den Kunden wird das Angebot sehr gut angenommen.


Interessant ist die Schleppschlauchverteilung von Gülle für mittlere und große Betriebe, besonders bei langen Schlägen. Im Idealfall sind die Flächen vollarrondiert, so dass die Gülle direkt aus dem Hofbehälter entnommen werden kann. Zum Betrieb der Verschlauchungsanlage benötigt Reinhold Schrey an Spezialausrüstung Kreiselpumpen, Transporttrommeln für die Schläuche und einen Schleppschlauchverteiler. Als Trägergerät für den Verteiler und die Trommel wird je ein Schlepper benötigt. Eine fertig aufgestellte Anlage schafft zwischen 100 und 140 m¨ pro Stunde, je nach Güllezusammensetzung und Grad der Durchmischung.

In der Praxis wird vom Hochbehälter die Strecke bis zum Feld mit einem Flachschlauch ausgelegt wobei eine maximale Tank-Feld-Entfernung von 550 m realisiert werden kann. Steht der Hochbehälter zu weit entfernt, wird die Gülle in einem zusätzlichen Fass zum Schlag gebracht und in einen Zwischentank gepumpt. Auf der fahrbaren Trommel sind 600 m PE-Rohr, das, wenn möglich, quer zu den Fahrgassen abgerollt wird. Am Feldschlepper ist noch einmal eine Winde mit Flachschlauch, die an das Rohr angekuppelt werden kann. Das andere Ende wird am Verteiler angeschlossen. So kann in einem Radius von gut 800 m Gülle ausgebracht werden. Maximal kann eine Fläche von 50 ha bestellt werden. Bis das Manövrieren mit den Schläuchen richtig klappt, brauchen die Fahrer ein bisschen Übung. Bei der Firma Honermann sind deshalb immer dieselben Fahrer auf den Schleppern.Verglichen mit der Fassausbringung ist die Technik für die Gülleverschlauchung günstiger. Ein weiterer Vorteil ist der im Vergleich zum konventionellen Verfahren deutlich reduzierte Bodendruck, da nur der Schlepper über das Feld fährt.

Der wichtigste Punkt für die Kunden bei der Entscheidung für die Gülleverschlauchung ist laut Reinhold Schrey der Bodendruck. In der Anfangsphase der Technik wurden bei weitem nicht die heutigen Leistungen erreicht und der Preis war auch deutlich höher. Trotzdem entschieden sich die Kunden für das Verfahren, sowohl bei Getreide als auch bei Mais. "Bei Betrieben mit schwerem Lehmboden, wie wir sie in dieser Gegend häufiger antreffen, tritt einfach der Aspekt der Bodenschonung verstärkt in den Vordergrund", so der Betriebsleiter. Ganz zu Beginn war das Interesse noch verhalten, doch unterstützt von der Mundpropaganda zufriedener Kunden hat sich die Technik mehr und mehr durchgesetzt. Im Moment ist Schrey an einem Punkt angelangt, wo er entweder keine neuen Kunden mehr annehmen kann oder über den Kauf einer zweiten Anlage nachdenken muss. Bei 400 Stunden (das entspricht ca. 1600 ha) liegt im Münsterland die Grenze des Einsatzes einer Anlage, erklärt Reinhold Schrey, denn bedingt durch die vorherrschenden Witterungsverhältnisse und die angebauten Kulturen ist die Zeitspanne der Nachfrage begrenzt.

Geschrieben am 01. Januar 2002


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