Dezember 2008: LU Manred Klie sorgt für Ordnung im Forst

Bis zu 800 kg wiegen die Buchenabschnitte, die Lohnunternehmer Manfred Klie mit seinem Forwarder der 14 t Klasse aus dem Bestand wuchtet. Hier ist trotz der robusten Technik Feingefühl angesagt. Worauf es bei der Arbeit für das Forstamt sonst noch ankommt, hat der Unternehmer der Zeitschrift Lohnunternehmen bei einem Einsatz im Forst erklärt.
LU Manfred Klie aus dem niedersächsischen Dassel ist Stammunternehmer im Forstamt Dassel, d.h. er wird fest in die Forstarbeit eingeplant. Zum Einsatzgebiet gehören neun Förstereien und zwei Kommunen (Stadt Mohringen und Stadt Einbeck). Insgesamt erstreckt sich das Waldgebiet, in dem Manfred Klie eingesetzt wird, auf ca. 7000 ha. Es handelt sich dabei um ein Mischwaldgebiet mit 70 % Laub- und 30 % Nadelholz.

Kyrill brachte Manfred Klie viel Arbeit

Die Sturmschäden vom Tief Kyrill sind mittlerweile aufgearbeitet. "Das Forstamt hatte 230.000 Festmeter Schaden zu beklagen. In normalen Jahren wird nur rund die Hälfte eingeschlagen", so Manfred Klie und weiter:

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Die Länge des Rungenkorbes kann Manfred Klie aus der Kabine heraus hydraulisch ändern. Dadurch erreicht er bei der Beladung mit kurzen Holzsortimenten eine bessere Gewichtsverteilung der Maschine.

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Über ein Bedienterminal kann der Fahrer sämtliche Hydraulik-, Motor- und Fahrfunktionen der Maschine einstellen und überwachen.

"Die Einschlagrate wird deshalb zurzeit verringert. Für uns bedeutet das, dass wir unseren Einsatzradius vergrößern müssen, um unsere Maschinen auszulasten."
Im Jahr 2007 lief der John Deere Forwarder aufgrund der guten Auftragslage das ganze Jahr hindurch. "Das ist normalerweise nicht der Fall. Im Sommer ist es in der Regel ruhiger, was die Arbeiten im Forst angeht. Für uns war 2007 deshalb ein schwieriges Jahr, weil im Sommer neben den Forstarbeiten auch die landwirtschaftlichen Arbeiten anstanden. Wir können unsere Forstkunden allerdings nicht vertrösten, sonst sind wir raus aus dem Geschäft", meint Manfred Klie. Die Folge war, dass er in zusätzliche Arbeitskraft investieren musste. 2000 Stunden lief der Motor seines Forwarders in der Saison 2007. "Nach Kyrill sind wir lange Zeit im Zweischichtbetrieb 20 Stunden pro Tag gefahren", so der Forstspezialist.

180 PS Antriebsleistung

Der John Deere Forwarder wird von einem 6-Zylinder Motor mit 185 PS angetrieben. 14 t beträgt die Nutzlast der Maschine, damit gehört sie zu den großen unter den Holzrückefahrzeugen. Der Ölkreislauf für den Kran (150 l) ist mit Bioöl gefüllt. Die Pumpe arbeitet mit einem Druck von 250 bar.
"Wir setzen 700er Nokian Reifen mit Stahlgürtel ein. Landwirtschaftliche Reifen sind zu weich für Einsätze im Forst und würden zu schnell beschädigt werden. Die Spezialreifen kosten 1600 Euro pro Stück", erklärt Manfred Klie. Der Antrieb erfolgt auf alle vier Achsen, die zusätzlich gesperrt werden können.

Damit kann das Fahrzeug Hanglagen von maximal 50 % erklimmen. Das ist allerdings vom Untergrund abhängig und ob Ketten auf den Reifen montiert sind. In extremen Hanglagen kommt ein Seilschlepper zur Hilfe, dessen Seilwinde den Forwarder am Hang hält. "Dieser hohe Aufwand muss dann allerdings extra berechnet werden", so Manfred Klie. Der Seilschlepper wird nach Stunden abgerechnet, der Forwarder nach den Festmetern, die der Harvester verarbeitet hat. Dieser misst die Länge und den Mittendurchmesser des Stamms. Aus diesen Größen ermittelt er die Festmeter.
"Jedes einzelne Stück wird vermessen. Und da immer jeweils nur ein Rückefahrzeug pro Harvester eingesetzt wird, ist es klar, dass nur dieses Fahrzeug die eingeschlagene Menge abtransportiert hat", beschreibt der Unternehmer die Abrechnungsmodalitäten. Zuschläge erhält er, wenn er in Hanglagen ab 30 % arbeiten muss und wenn die Rückeentfernung bis zu einem LKW-befahrbaren Weg größer als 300 m ist. Ein weiteres Kriterium ist die Anzahl der unterschiedlichen Sortimente, die transportiert und gepoltert werden müssen. Sind es mehr als drei, gibt es weitere Zuschläge.

 

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Bei 100 Einsatzstunden rechnet Manfred Klie mit ca. 2 Stunden für Reparaturen und weiteren 5 Stunden für Wartungsarbeiten an der Maschine, sowie An- und Abbau von Radketten.

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Für den Langholztransport nutzt Manfred Klie einen Skidder von Welte.

Aus dem Bestand zum Holzpolter

Manfred Klie hat im Forst die Aufgabe, das Holz, das zuvor vom Harvester des Forstamtes gefällt und auf die geforderte Länge zugeschnitten wurde, an von LKW befahrbare Waldwege zu transportieren.
Dort wird es nach Sorten und Nutzungsrichtung in Poltern abgelegt. "Zurzeit werden Buchen, Ahorn und Eschen geerntet. Die Stämme des höherwertigen Holzes werden im Polter alle einzeln von den Käufern begutachtet, nach Qualität klassifiziert und markiert", beschreibt LU Klie das Verfahren des Holzverkaufs. Dabei achten die Käufer auf die Krümmung der Stämme, ob Äste ausgewachsen sind und ob der Kern des Stamms gesund ist. Das Holz, das Manfred Klie für das Forstamt Dassel transportiert, wird teilweise bis nach China verkauft. Dort wird daraus Furnier und Parkett hergestellt. Das Holz schlechterer Qualität wandert in die Papierproduktion. Das Waldrestholz wird zum großen Teil von Brennholzwerbern selbst aus dem Wald geholt.

Weitere Bilder von LU Manfred Klie im Waldeinsatz gibt es hier.

Björn Anders Lützen

Geschrieben am 01. Dezember 2008


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