
Damit rechnet das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) in einer Studie im Auftrag des Verbandes der deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Darin gehen die Münchner Wissenschaftler im Falle einer derartigen Steuersenkung von einem inländischen Absatz des reinen Biodiesels (B100) in einer Größenordnung von 700.000 Tonnen aus. Hinzu kommen B100-Nettoexporte von 300.000 Tonnen. Demgegenüber wird im Falle einer Beibehaltung des aktuellen Steuerniveaus lediglich mit einem B100-Absatz von 300.000 Tonnen gerechnet.
Bei der Wahl eines Steuersatzes von 14 Cent pro Liter müsste bei einem B100-Absatz von 500.000 Tonnen gegenüber dem aktuellen Niveau mit Mindereinnahmen bei der Energiesteuer von lediglich 73 Millionen Euro gerechnet werden. In ähnlicher Größenordnung setzt man die Konsequenzen für den Fiskus in Regierungskreisen an. Das ifo-Institut stellt diesenEinnahmeverlusten allerdings auf der Habenseite positive gesamtwirtschaftliche Effekte durch einen wiedererstarkenden Markt für reinen Biokraftstoff gegenüber, so durch höhere Sozialbeiträge, Einsparungen bei der Arbeitslosenunterstützung und einen verstärkten Quotenhandel, bei dem Mineralölgesellschaften durch virtuellen Zukauf von reinem Biodiesel ihren Verpflichtungen zur Biokraftstoffquote gerecht werden.
Bei einem Steuersatz von 10 Cent pro Liter beziffert das ifo-Institut die"Nettogewinneöffentlicher Haushalte" durch die niedrigere Biodieselbesteuerung auf 396 Millionen Euro, gegenüber 134 Millionen Euro beim derzeitigen Steuersatz und im Vergleich zu 220 Millionen Euro bei einem Steuersatz von 14 Cent pro Liter. (AgE)
vom 03. Mai 2010
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