
München/Düsseldorf - Für das milliardenschwere Wüstenstrom- Projekt Desertec ist nach Informationen des"Handelsblatts"ein Leiter gefunden: Der Niederländer Paul van Son, ein Manager mit Erfahrung in der Energiewirtschaft, soll die Pläne vorantreiben.
Van Son war früher unter anderem für die deutsche Tochter des niederländischen Versorgers Essent verantwortlich. Laut Zeitung soll ihm später bei Desertec ein politischer Repräsentant zur Seite gestellt werden. Der Rückversicherer Munich Re, der sich als Sprachrohr des Projekts versteht, wollte den Berichtnicht kommentieren.
Bei dem Projekt geht es um riesige Anlagen mit Solarzellen in Nordafrika und im Nahen Osten, die aus der Wüstensonne Strom für die Menschen in der Region und für Europa produzieren sollen. Bis Ende Oktober soll eine Gesellschaft für das Projekt stehen. Die Vorbereitungen dafür stehen dem Vernehmen nach vor dem Abschluss. Diese GmbH soll bis 2012 einen Geschäftsplan erarbeiten und ausloten und klären, ob das Vorhaben technisch und wirtschaftlich zu machen ist.
Sitz des Unternehmens werde München, hieß es in dem Bericht. Hinter Desertec stünden inzwischen rund 20 Unternehmen aus Europa, darunter neben der Munich Re auch Siemens, die Deutsche Bank und die Energieriesen Eon und RWE. Van Son trieb während seiner Zeit beim Versorger Essent, der kürzlich von RWE übernommen wurde, denAusbau der Windenergie voran. Zurzeit ist er Vorsitzender der Vereinigung der europäischen Energiehändler EFET. (pd)
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